Gesucht: Zukunft

Modelle für das Leben in der Postwachstumsgesellschaft
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Wohlstand bedeutet nicht zwangsläufig Kapital. Immer mehr Menschen verstehen darunter ein gutes Zusammenleben und ökologische Vernunft. In und um Berlin gibt es Initiativen und Unternehmen, die solchen Vorstellungen folgen und Menschen glücklich machen. Wie sehen sie aus – und haben sie wirklich Potential?

Ökonomische Grundlage unserer Gesellschaft ist ein stetiges Wirtschaftswachstum, das durch die Globalisierung in Deutschland und wenigen anderen Industrieländern immer noch möglich ist, wobei die Grenze dieses Wachstums seit langem überschritten ist. Gesucht werden Zukunftsmodelle, die ohne Ausbeutungsverhältnisse gesellschaftlichen Wohlstand gerecht verteilen. Wohlstand ist nicht länger bloß Entfaltungsraum für Kapital, sondern Lebensraum für Menschen, in dem Ökologie im Zentrum steht.

Für Menschen im neoliberalen Wirtschaftsmodell definiert sich Wohlstand bisher wesentlich über den Besitz von Statussymbolen und Teilhabe über die Möglichkeit des Zugangs zu diesen Statussymbolen. Teilhabe ist also nur über Konsum möglich, der allerdings nur über ein Wirtschaftswachstum gesichert werden kann. Doch wenn die Grenze des Wachstums erreicht ist, kollabiert das System. Es geht darum, die gängigen Vorstellungen von Wohlstand in Frage zu stellen.

Konvivialität, die Kunst des Zusammenlebens, fordert eine Politik, die sich gegen Maßlosigkeit und Ungleichheit, gegen Armut und extremen Reichtum richtet. Wie können wir ein gutes Leben für alle anstreben, ohne bestimmte Gruppen auszuschließen, oder sogar ein gutes Leben auf ihre Kosten zu führen?

In “Gesucht: Zukunft” geht es uns um Formen des Zusammenlebens mit neuen Aufgaben und Anforderungen, die zum Beispiel eine Stärkung von Gemeingut und Partizipationsformen unterstützt – eine Logik des Teilens und nicht des Profits; die Regulierung des Finanzkapitalismus; ökologische Landwirtschaft; Integration von Flüchtlingen und globale Armutsbekämpfung; Digitalisierung und Menschenrechte.

Die Projekte, die wir vorstellen werden, kommen aus den Bereichen „Integration“, „ökologisch bewusste Lebensweise“, „Zukunftstechnologien“, „Gemeinwohl/Gemeinschaftssinn“. Welche spirituellen und ästhetischen Identifikationsmöglichkeiten hat/braucht eine Gesellschaft, die für alternative Modelle steht und einen ökologischen Lebensraum gestalten möchte? Welche Anreize müssen geschaffen werden? Wie kann Konvivialität, also die Qualität eines freundlichen Miteinanders, erreicht werden? Welche Initiativen oder Modelle gibt es schon, die bereits Veränderungen bewirkt haben? Wie war der Weg dahin?

RBB 2020

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