Goliath gegen David

Europa und der neue Kolonialismus
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Europa hat eine hochtechnisierte Landwirtschaft und könnte sich eigentlich gut selbst versorgen. Es ist genug für alle da. Trotzdem ist die EU bei den landwirtschaftlichen Produkten seit vielen Jahren Importweltmeister. Was das mit Landgrabbing zu tun hat, dem Verdrängungsprozess, dem Kleinbauern besonders in Ländern des globalen Südens ausgesetzt sind? Darum geht es in GOLIATH GEGEN DAVID.

65 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche Kambodschas ist im Besitz von Großinvestoren. In Afrika ist es nicht anders. „Länder wie Äthiopien, Moçambique und Sudan haben in den vergangenen Jahren Millionen Hektar an Investoren verkauft“, heißt es in einer Studie der Weltbank. Großkonzerne, Pensionskassen, reiche Privatleute, sogar Kirchen investieren hier ihr Geld.

Es sind Firmen wie die libanesische Maria Trading Group, die in Rumänien eine Fläche von der Größe des Stadtstaates Hamburg bewirtschaftet, samt firmeneigenem Schlachthof und Hafen, oder das Firmengeflecht des saudischen Scheichs Mohammed Hussein Al Amoudi, der mit seinen äthiopischen Besitzungen zu einem der reichsten Männer der Welt aufgestiegen ist. Aber auch die Berliner Amatheon Agri Holding N.V., gehört dazu, die in den vergangenen Jahren viel Geld vor allem in Sambia investiert hat und nach eigenen Angaben dort mittlerweile über 40.000 Hektar verfügt  – Tendenz steigend.

Bei den Agrarinvestitionen geht es längst nicht nur um Größe, Macht, Besitzverhältnisse, es geht wesentlich auch um die Art der betriebenen Landwirtschaft und die Frage, ob die industrielle Landwirtschaft der Großinvestoren, wie von Lobbyisten immer behauptet, überhaupt das richtige Modell ist, um den wachsenden Lebensmittelbedarf der Welt zu decken. Denn das ist immer noch das Hauptargument, mit dem beispielsweise in der EU die besondere Unterstützung von landwirtschaftlichen Großbetrieben begründet wird. Aber stimmt das überhaupt?Goliath_3

 

RBB 2017