Nuages Dreams

Davy Chous DIAMOND ISLAND
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Kambodscha und die Zukunft – die Schneise, die das Regime der Roten Khmer hinterließ, hat jeden Bezug zur Vergangenheit vergiftet. Seit über sieben Jahren lässt dieses Land den Regisseur Davy Chou nicht mehr los. 2012 stellte er GOLDEN SLUMBERS beim Forum der Berlinale vor. Der Dokumentarfilm zeichnet eindrucksvoll die Geschichte des kambodschanischen Kinos nach. Davy Chous Großvater war damals einer der einflussreichsten Produzenten des Landes.

DIAMOND ISLAND ist der zweite Film von Davy Chou. Diamond Island – so heißt der Investorentraums am Mekong. Hierhin verschlägt es Bora, der aus der Provinz nach Phnom Penh gezogen ist um auf einer der Großbaustellen von Diamond Island sein Glück zu machen.

Davy Chou: „Die jungen Leute kommen genau wie meine Protagonisten im Film vom Land nach Phnom Penh um als Bauarbeiter auf einer der zahllosen Baustellen auf Diamond Island diese Zukunft aufzubauen. Die jungen Leute aus der Stadt kommen jede Nacht mit ihren Mopeds auch her, um hier abzuhängen. Sie sehen sich die Rohbauten an, die Lichter. Man kann ihren Blicken diese Begeisterung ansehen, ihre Sehnsucht nach der Zukunft, einem neuen Kambodscha. Das hat mich wirklich erschüttert. Als ich aus Frankreich kam, konnte ich diese Begeisterung für Diamond Island wirklich nicht nachvollziehen, ich fand es nur furchtbar und war entsetzt. Aber die jungen Leute finden das einfach großartig, selbst wenn sie niemals Teil dieser Zukunft sein werden.“

Der Film wurde mit Laiendarstellern realisiert und begeistert durch seine Atmosphäre, die an frühe Antonioni-Filme erinnert. Davy Chou: „Der Grund für die Lust an diesem Film war zuerst einmal dieser außergewöhnliche Drehort, der so fremd und auf merkwürdige Art kitschig und surreal war. Aber ich spürte gleich dieses permanente bereit sein, dieses „ready to shoot“ wie im Studio von Universal vor einem Film. Der zweite Grund war etwas herauszufinden über die Beziehung der jungen Leute zu diesem Ort.“

RBB, WDR 2017